12. August 2019

Zwei starke Teams: Oskar und Bo. SPAR und gobiq. Die Hintergründe der Erfolgsstory.

Ein kleiner Junge und eine fliegende Büchse erobern die Herzen von Jung und Alt. Doch was steckt hinter dem Relaunch des bekannten Stickeralbums? Wie entsteht aus einer Idee ein Charakter? Und was ist pädagogisches Storytelling? Juliane Voregger und Kristina Moll sind für die Umsetzung von Stickermania verantwortlich. Ein Blick hinter die Kulissen.

Wo genau beginnt die Erfolgsgeschichte der SPAR Stickermania?

Juliane: Die SPAR Stickermania gibt es ja bereits seit vielen Jahren, wie die meisten wissen. Sticker sammeln, tauschen und einkleben – das simple Konzept war von Anfang an ein großer Erfolg. Unsere persönliche Stickermania-Geschichte begann mit dem Gedanken, wie man dieses funktionierende Konzept überarbeiten und neu denken könnte. Unser Ziel war es natürlich, einen Mehrwert zu schaffen, der über das Kleben von Stickern hinausgeht. Von Anfang an musste für uns ein Abenteuer im Mittelpunkt des Konzepts stehen!

Kristina: Im Fokus stand für uns zudem der pädagogische Mehrwert. Wir wollten eine spannende Geschichte erzählen und so auf spielerische Art und Weise Wissen vermitteln. Denn Geschichten sind der einfachste und nachhaltigste Weg, sich Dinge zu merken. Schnell war klar: Für unser Abenteuer brauchten wir einen Helden! Wir wollten zudem nicht mit bestehenden Charakteren arbeiten, sondern eine fiktive Persönlichkeit erschaffen, die für SPAR maßgeschneidert ist.

Oskar ist die Hauptfigur der Geschichte. An seiner Seite hat er eine Büchse namens Bo. Wie kreiert man einen Helden? War von Anfang an klar, wer das Abenteuer antreten würde?

Juliane: Nein, es hätte tatsächlich auch Piet der Fischotter werden können (lacht). Natürlich sind Oskar und Bo kein Zufallsprodukt. Unsere Recherche hat bei der Zielgruppe begonnen. An einer Volksschule haben wir mit Kindern über Abenteuer und Helden gesprochen. Was macht einen Helden aus? Ist ein Held eher Mensch oder Tier? Junge oder Mädchen? Einzelkämpfer oder Teamplayer? Was muss ein Abenteurer können? Bei unseren Befragungen stellte sich schnell heraus, wie unser Held aussehen musste. Wir waren uns einig: Unser Held ist ein abenteuerlustiger, mutiger und frecher Junge. Von Anfang hieß er Oskar – und der Name blieb ihm.

Kristina: Unser Oskar brauchte natürlich auch einen Begleiter, denn Abenteuer besteht man am besten mit einem guten Freund, auf den man sich verlassen kann – wie die Kinder uns erklärt haben. So entstand BO29RZW8P5K, kurz Bo. Die kluge sprechende Büchse mit Antennen auf dem Kopf und einer Professor-Brille wird von Oskar aus einer Kiste befreit. Der liebenswerte und etwas besserwisserische Bo kann so manch praktische Dinge aus seinem Köpfchen zaubern und wird schnell zu Oskars bestem Freund. In unseren Köpfen formte sich das Konzept: Oskar und Bo sollten die Abenteuerreise antreten.

Andreas Krapf hat diese beiden Charaktere exklusiv für SPAR illustriert. Wie entsteht aus einer kreativen Idee eine Persönlichkeit?

Kristina: Wir haben uns viele Illustratoren angesehen, bevor wir Andreas gefunden haben. Wir wollten unsere Helden später so realistisch wie möglich in Bilder einbauen – daher sollten sich die Illustrationen dreidimensional anfühlen. Uns war klar, dass die Qualität der Charaktere ausschlaggebend war, um SPAR von unserem Konzept zu überzeugen. Es war unglaublich, wie punktgenau Andreas unsere Vorstellungen von Oskar umgesetzt hat: frech, aufgeweckt, mutig, neugierig, wissbegierig. Ein kleiner 12-jähriger Abenteurer und Entdecker mit Fliegerbrille und Sommersprossen. Andreas machte uns mehrere Vorschläge, wie er aussehen könnte. Schon beim Anblick der Bleistiftzeichnungen war die Entscheidung für uns klar. Jeder hat sich sofort in Oskar verliebt.

Juliane: Bei Bo war unsere Vorstellung noch nicht ganz so klar. Klug musste er aussehen. Fliegen sollte er können. Eine Art Maschine – hightech – aber mit menschlichen Zügen, mit Humor und Charakter. Wir sind bis heute überrascht, wie Andreas es schafft, der fliegenden Büchse so viel Persönlichkeit und Emotionen zu verleihen.

Das Konzept war also so weit klar: Oskar und Bo gehen auf Abenteuerreise. Wie ging es weiter?

Juliane: Die nächste Frage für uns war, wohin das Abenteuer gehen sollte. Für die Konzeptpräsentation hatten wir dabei keine Einschränkungen. Wir entschieden uns für Südamerika. Kristina und ich waren beide schon dort und kennen viele Orte und kulturelle Hintergründe. So entstand, nach dem Prinzip der klassischen Heldenreise, das erste Abenteuer von Oskar und Bo: Die Suche nach dem verlorenen Inkaschatz. Wir wollten, dass Oskar seine Geschichte selbst erzählt und beschlossen, das gesamte Buch als „Abenteuertagebuch“ aufzubauen. Oskar schreibt seine Erlebnisse ins Buch, zeichnet und skizziert Gelerntes, macht viele Fotos und klebt sie ein. Zusätzlich sollte das Stickeralbum interaktiver werden. Im ersten Jahr gab es beispielsweise Rätselsticker, die nicht nummeriert waren und bei denen die Kinder durch einen Text herausfinden mussten, wohin sie gehören.

Kristina: Wir haben hart für die Konzeptpräsentation gearbeitet und viel Zeit investiert. Glücklicherweise konnten Oskar und Bo mit ihrem Abenteuer SPAR für sich gewinnen. Als wir die Zusage erhalten haben, war der Jubel in der Agentur groß. Es war unglaublich. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon ein ganzes Jahr in das Projekt investiert. Für die Umsetzung blieben dann genau 8 Wochen (lacht). Die ehrgeizige Timeline konnten wir nur einhalten, weil alle Beteiligten wussten, es braucht schnelle Entscheidungen. Wir haben wirklich Tag und Nacht gearbeitet. Wir kannten jeden Sticker und jedes Tier auswendig. Oskar war den ganzen Sommer lang Mittelpunkt unseres Lebens.

Während ihren Abenteuern lernen Oskar und Bo viel über die einzelnen Länder. Woher stammt das Spezialwissen zu Flora, Fauna und Kultur der jeweiligen Kontinente? Wie fügen sich die Infos zu den Ländern dann zu einer Story zusammen?

Kristina: Vieles ist eigene Recherche. Juliane und und ich sind begeisterte Globetrotter und reisen ist unsere Leidenschaft. Deshalb sind Oskars Abenteuer ein Herzensprojekt für uns beide. Bei den Recherchen vergessen wir die Welt um uns und tauchen tief in die jeweiligen Länder ein. Länder, die man selbst noch nicht besucht hat, sind natürlich eine größere Herausforderung und bedeuten tagelanges Recherchieren. Dabei bekommt man natürlich auch große Lust, Oskars Spuren zu folgen (lacht). Am Anfang eines Stickermania-Abenteuers steht immer das Abstecken einer bestimmten Region – und dann fangen wir an, mit verrückten Ideen zu Storylines zu jonglieren.

Juliane: Wenn die grobe Idee steht, werden die Eckpunkte der Heldenreise in einem gemeinsamen Workshop mit SPAR erarbeitet. Das ist sehr wichtig, damit alle hinter der Geschichte stehen und das Grundgerüst fixiert ist, bevor wir mit dem Schreiben und Gestalten beginnen. Natürlich ist bei so einem Projekt ganz klar, dass die Inhalte zu 100% stimmen müssen. Kunden sind sehr aufmerksam und SPAR bekommt viele Anfragen und Rückmeldungen von Sammlern. Deshalb recherchieren zwei Biologen sämtliche Hintergründe zu Fauna und Flora der jeweiligen Regionen. Gemeinsam mit SPAR entscheiden wir, welche Sticker es ins Buch schaffen. Dazu stellen wir uns immer die Frage: Was ist einzigartig? Wir wollen den Kindern beibringen, dass die Welt und das Leben nicht überall gleich ist und ihnen die Vielfalt an Kulturen und Traditionen auf der Welt näherbringen.

Kinder sammeln und kleben gerne Sticker, keine Frage. Ihr habt zudem diverse Elemente integriert, die Kinder zum Lesen animieren. Gibt es Rückmeldungen von Lesern?

Juliane: Wir schaffen immer wieder neue Anreize, damit die Kinder Freude am Lesen haben. Und wir legen viel Wert auf Interaktion und überlegen uns für jedes Buch ein besonderes Highlight, wie beispielsweise Suchbilder, Geheimschriften, Tattoos oder knifflige Rätsel, bei deren Lösung die Kinder mit verschiedenen Hilfsmitteln Oskar und Bo unterstützen können. Auf diese Weise werden die Kinder Teil der Geschichte. Erstleser können der Storyline über Sprechblasen folgen oder nur einzelne Stickertexte lesen. Fortgeschrittene können das gesamte Abenteuer über Tagebucheinträge mitverfolgen und gemeinsam mit Oskar und Bo die verschiedenen Herausforderungen meistern. Das Feedback von Kindern und Eltern bestätigt, dass die Bücher gelesen werden. Von Lehrern haben wir die Rückmeldung, dass die Bücher sogar das Unterrichtsmaterial ergänzen, um spezielle Themen zu vertiefen.

„Logik gemischt mit einer guten Portion Leidenschaft.“ Das Erfolgsrezept der
Agentur hat sich bei diesem Projekt einmal mehr bestätigt?

Kristina: Wir sind überzeugt, dass die Leidenschaft, mit der man ein Projekt angeht, entscheidend für den Erfolg ist. Stickermania ist für uns definitiv ein Herzensprojekt – auch wenn Oskar uns manchmal ganz schön viel Arbeit macht.

Juliane: Oskar ist in unseren Köpfen entstanden und wir freuen uns umso mehr, dass er die Herzen vieler Kinder erreicht hat. Die Abenteuer von Oskar und Bo erfüllen uns immer wieder aufs Neue mit Stolz und Freude und wir hoffen, dass wir gemeinsam noch viele weitere erleben dürfen.


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T A N J A   K E R P

ist leidenschaftliche Texterin. Sie kann mit Worten heftiges Herzklopfen oder wohlige Gänsehaut erzeugen. Und schafft mit durchdachten Konzepten Impact für starke Marken. Sie ist Freelancerin mit 18 Jahren Erfahrung in der Werbebranche und hat dadurch das große Ganze stets im Blick. True Story: Tanja ist Mutter von zwei Stickermaniacs, deren Urgroßeltern über 40 Jahre in verschiedenen Ländern Südamerikas gelebt haben. Aus dieser Zeit stammen tatsächlich noch viele Alltagsdinge, die den Sonnengott Inti zeigen. www.kerp.co.at

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Veröffentlicht von:gobiq@admininAllgemein

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